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Louise Michaelis - Abenteuer der kleinen Hexe Zizi

Über Louise Michaelis

Wenn ich gefragt werde, wann und warum ich angefangen habe, zu schreiben, kann ich das genau beantworten.

Als ich mein Leben in Norddevon am Atlantik aus allen möglichen triftigen Gründen im Alter von 87 Jahren aufgeben musste und mich an eine Existenz in einer Stadt ohne Meeresrauschen und weiten Horizonten gewöhnen musste – außerdem schwer behindert auf einen Rollator angewiesen - ohne meinen Hund, meinen Partner, meinen Garten, meinen alten Suzuki – war das mehr als traumatisch.

Das alte englische Wort „count your blessings“ gab mir die Kraft, damit fertig zu werden.

Ich predigte mir vor, dass es mir besser ginge als vielen anderen – ich hatte eine schöne eigene Wohnung, ich war finanziell gut gestellt und – meine Erinnerungen konnte mir niemand nehmen. Das Problem, womit sollte ich meine Zeit verbringen, war einfach gelöst.

Seit Jahren baten mich meine Enkelkinder, die Geschichten, die ich ihnen in ihrer Kindheit erzählt hatte, für die nächste Generation zu Papier zu bringen. Lange schon hatte ich es versprochen und geplant; aber immer etwas Besseres zu tun gehabt. Also, nun hatte ich Zeit, warum nicht damit anfangen.

Mit einer dicken Kladde und Kugelschreiber fing ich an dann an, die Zizigeschichten, die ich so oft erzählt hatte, zu Papier zu bringen und sie mit Illustrationen zu versehen. Auch als die Zeit kam, wie in jedem Mai, in die Türkei zu fliegen, wurde die Kladde mitgenommen. Das war eine große Hilfe; denn nun war ich ja solo im Zimmer 107, in dem Dudley und ich so oft unseren Urlaub verbracht hatten. Sehr schnell stellte ich fest, dass ich dort auf meiner kleinen Terrasse noch besser arbeiten konnte als zu Haus und als ich die Heimreise antrat, war mein Manuskript fertig mit zwanzig Illustrationen. Besser als alles andere war dabei das Gefühl, etwas geleistet zu haben.

Die eher langweilige Arbeit, das Manuskript in den PC zu schreiben, gefiel mir weniger. Aber dann kam der Tag, an dem ich alles auf besonderem Papier fünf Mal ausdruckte. Für jedes Enkelkind ein Exemplar und eins für mich. Es war auch sehr befriedigend, alles in Mappen einzuordnen und mein Werk zu bewundern.

Dann erhielt ich eines Tages Besuch von meiner lieben Kia aus London, deren Mutter eine liebe Schulfreundin gewesen war. Sie entdeckte eine der Mappen, war entzückt und setzte sich mit einem Verlag in London in Verbindung, die diese Geschichten veröffentlichen wollten.

Damit war für mich das Eis gebrochen. Der Gedanke, dass auch anderen meine Geschichten gefallen würden, war mir nie gekommen; aber ermutigte mich ungemein, und ich war nicht mehr zu stoppen.

Zu meinem Erstaunen und meiner Freude entdeckte ich außerdem, dass meine etlichen „Wehwehchen“ verschwanden, wenn ich arbeitete. Sehr merkwürdig aber eine Tatsache.

Dann, und das ist das Wichtigste, fand ich heraus, dass Schreiben über etwas, das mir sehr am Herzen liegt, wie das Meer, Reisen, Tiere und vieles andere, für mich eine Flucht aus meinem schwierigen Alltag ermöglicht. Eigentlich in ein schöneres virtuelles Leben, in dem ich nicht mehr die uralte Grandma Moses bin, die mühselig mit dem Rollator und Kompressionsstrümpfen durch die Wohnung hinkt, sondern Christa von damals. Immer mit einem Surfboard auf dem Rücksitz und zwei Dalmatinern daneben unterwegs, um die Flut nicht zu verpassen.

Wie wunderbar, das Haus auf dem Felsen zu beschreiben, das wie ein Traumhaus in meiner Fantasie gelebt hat, wie ich es in „Mari und ihr Wassermann“ getan habe. Und die Tiere zu beschreiben, die ich selbst zu gern hätte, auf dem Papier zum Leben zu erwecken.

Ich empfinde es auch als ein besonderes Geschenk, dass die Gestalten, die ich mir ausdenke, tatsächlich während des Schreibens Gestalt annehmen. Es ist ganz eigenartig und beinah wie beim Malen – erst eine blasse Skizze, die mit Farbe Leben annimmt.

Überhaupt – Fantasie ist etwas so Wunderbares und Erstaunliches! Drei Jungen haben mir geschrieben, sie wünschten sich von mir eine Piratengeschichte auf der Insel Lundy mit Zizi und Papageien! Es war beinah, als ob sie mir einen Samen ins Hirn gepflanzt hätten, der dort fröhlich wuchs und sich nicht mehr bändigen ließ, bis ich angefangen habe, zu schreiben.

Es ist erstaunlich, was man selbst alles beim Schreiben lernt! Ein Hoch dem Internet! Ich wusste nicht, dass “unser“ Seeräuber Klaus Störtebecker auch auf Lundy einen Schatz vergraben haben soll! Oder dass Spitzmäuse Insektenfresser sind?

Sehr oft und damit will ich nun auch schließen, denke ich voller Dankbarkeit an Kia, die mich zum Schreiben ermutigt hat und last not least an den Romeon Verlag, der meine Bücher so liebevoll gestaltet hat.

Artikeldatum: 23.04.2018

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